Blogparade: Mein Rezept für bessere Portraits

Julia Stern mit Ihrem Blog www.fotoholiker.com hat zur Blogparade aufgerufen!

dein-fotorezept

Diesmal steht alles ganz unter dem Motto “Dein Rezept für bessere Fotos!”… da mach’ ich auch mit. (außerdem – man kann ein Buch gewinnen 😉 )

Denn wohl jeder Fotograf, egal ob er das nun Beruflich oder lediglich als Hobby betreibt hat so seine Tipps.

Ich werde mich heute ein wenig mit Portraits befassen.

Meine ersten Portraits waren ein absoluter Albtraum…

nun, warum eigentlich?

Es fehlte schlichtweg die Erfahrung und es mangelte an Zeit.

Zunächst: gut Ding will Weile haben!

Setze dir keinen zu engen Zeitrahmen für dein Shooting, wer im Stress ist macht Fehler oder übersieht oft das wesentliche! Das solltest du übrigens auch deinem Modell klarmachen.

Portrait: das bedeutet nicht…  Passbild

Jeder Mensch ist anders, das fängt schon bei den Haaren an…  dünnes, dickes,  lichtes,  helles, dunkles, kurzes,  langes… Haar hätte die Natur im Angebot. Gerade mit langen Haaren lässt sich beispielsweise gut arbeiten.

Plane also von Anfang an etwas mehr Zeit ein, gerade für die ersten Shootings…

Na gut, nach 3 Stunden würde dir auch das überdurchschnittlichste Amateur-Modell schlappmachen. Aber zwei Stunden sind in aller Regel schon drin –  gerade bei den ersten paar Portraits wirst du diese auch brauchen.

Das Modell: ohne Spass… geht nichts!

Wenn du schon beim Beginn des Shootings mit herunterhängenden Schultern und Mundwinkeln auf höhe deiner Ferse herumlungerst und deinem Opfer klar machst: “Mir gehts doch eh nur um’s Geld” dann hast du schon verloren… du hast in der Fotografie nichts zu suchen… such dir besser ein anderes Hobby oder fotografiere Landschaften, Stilleben, Architektur… 😉

Du musst kein lebendes Witze Buch sein, aber den ein oder anderen netten Spruch am Beginn und während der ganzen Aktion lockert die Situation ungemein auf, die Bilder wirken viel natürlicher und weniger “verkrampft”. Gehe vorher mit deiner Zielscheibe einen Café trinken, finde heraus was sie interessiert und rede mit ihr während des Shootings darüber.

Wenn’s mal wieder länger dauert: nein, kein Snickers … eher eine Pause

Mache gerne auch mal Faxen, fotografiere aus ungeöhnlichen Posen und trau’ dich ruhig einige richtig hässliche Bilder zu machen – vorallem zu Beginn des Shootings.

Wie werden die Bilder nun durch Absicht hässlich?

Nun, das ist wirklich keine Kunst 😉 benutze deinen Aufsteckblitz auf der Kamera, oder besser noch den Kamera-internen Blitz. Richte den Blitz voll auf das Gesicht deines Modells und weise sie an Grimassen zu schneiden. Nicht vergessen: Zeige auch ihr die Bilder!

Wenn sich das Shooting dem Ende nähert, traue dich ruhig dem Modell die frohe Botschaft mit zu teilen. In der Regel schummle ich aber doch ein kleines Bisschen.  Der thypische Satz an dieser Stelle: “Wir sind gleich fertig, nur noch 5 Bilder!”  geknipst werden dann trotzdem 15.

Teile deinem Modell mit, wenn dir eine Pose besonders gefällt. Hierfür könnt ihr vor dem Shooting beispielsweise vereinbaren, dass Sie/Er bei einem “STOPP!” sofort erstarrtß. Du solltest ihr allerdings auch mitteilen, wann sie dir zu verkrampft erscheint. Vorallem aber solltest du deinen Opfern immer wieder kleine Pausen gönnen, wenn dir durch Zufall etwas nettes vor die Linse kommt, kannst du immernoch abdrücken.

Eine letzte Goldene Regel zum Thema Spass und Atmosphäre noch:

Berühre das Modell niemals!

Die wenigsten Menschen möchten von anderen berührt werden, jeder Mensch hat einen gewissen Radius um sich herum den keiner durchbrechen sollte. Es sei denn in unvermeidlichen Situationen wie der U-Bahn.

Das Wohlbefinden würde dadurch sofort verloren gehen, deine “Professionalität” wäre nicht nur in Frage gestellt, sie wäre verschwunden!


Jetzt gehts endlich um die Technik 😉

Der größte Vorteil eines Portraits, gerade die Menge an Ausrüstung und deren Kostenaufwand betreffend, ist die (vergleichsweise) recht geringe Lichtleistung die bennötigt wird um lediglich den Kopf und einen Teil des Oberkörpers auszuleuchten. Alles in allem dürftest du nicht mehr als 150Ws (Studio Anlage) oder einigen Kompakt- und/oder Stabblitzgeräten mit einer Gesamtleitzahl von 60 bei ISO 100 bennötigen. Natürlich kann man Studio- und Strobist-Variante auch gut mischen.

Wenn dir die Möglichkeit gegeben ist entfesselt zu Blitzen oder ein Studio zu betreten, nutze es aus!

Für all die anderen armen Schlucker hier noch ein paar kleine Tipps:

Der (Aufsteck-)Blitz deiner Kamera ist eine extrem kleine Lichtquelle. Das führt unweigerlich zu harten Schatten, eigentlich genau das was man auf keinem Portrait sehen möchte.

Falls eine weiße Wand in deiner Nähe ist: nutze Sie!

Richte den Blitz auf die Wand oder Decke, so schaffst du dir eine bedeutend größere Lichtquelle. Die Schatten werden weicher.

Auch sinnvoll ist der Einsatz einer Bouncercard, sowas kannst du dir auf die Schnelle ganz leicht selber basteln:

  1. Falte einfach ein Blatt A4 Papier an der kurzen Seite so ein, als ob du dir einen Papierflieger basteln würdest.
  2. Besorge dir ein Gummiband und befestige das Papier am Blitz.
  3. Richte den Blitz in einem Winkel von 45 – 90° nach oben, schon hast du eine größere Lichtquelle und damit um einiges weichere Schatten!
PA152029

Papier-Bouncecard

Gehörst du zu den Glücklicheren und hast eine eigene Blitzanlage, oder ein  kleines Studio

habe ich hier noch den ein oder anderen Tipp:

Wenn du ein Portrait mit Hilfe eines Schirms ausleuchten willst, sei nicht scheu und stelle den Schirm in sicherer Entfernung zum Modell, sondern platziere ihn gerade außerhalb des Bildrandes.

Und wichtig: Erkläre dem Modell immer, was du da gerade machst. Dabei brauchst du nicht allzu tief ins Detail gehen.

Warum nun so nahe ans Gesicht?

Ganz einfach, je näher der Schirm am Einsatzort ist, desto größer wirkt die Lichtquelle. Ist der Schirm nun direkt neben dem Kopf, so ist deine Lichtquelle “riesig”, im Vergleich zu der Fläche die du ausleuchten willst. Du erziehlst damit also eine möglichst weiche Ausleuchtung des Gesichts. Je nach Gesichtsform und gewünschtem Bildausdruck genügt meist eine einzige Lichtquelle. Das soll nun aber keines Falls heisen, dass du immer mit “nur” einer Lichtquelle fotografieren sollst. Lege dir vielmehr ein gewisses Reportoire an an Setups an, die du schnell aufbauen und einstellen kannst. Wenn du der Ansicht bist, dass dein Modell ebenso experimentierfreudig ist wie du selbst, dann verändere die Setups zunehmend, oder probiere etwas vollkommen neues und verrücktes aus… vielleicht gelingt dir ja ein Geniestreich. Aber nicht vergessen: Modell einweihen!

Hier noch einige Licht-Setups für die Fotografen, die ihre Blitze per Funk oder sonstiger Auslößer zünden:

LightingSetup

LightingSetup

LightingSetup

LightingSetup


Ein Tipp an “Strobisten”:

Versuche deine Blitze immer mit einer Leistung einzusetzten, die dir schnelle Bildfolgen ermöglicht. Du weist nie, was das Gesicht deines Modells in der nächsten Sekunde macht. Vielleicht hast du Glück und erwischst sie mit einem wirklich natürlichen Lächeln, einem reizenden Augenaufschlag oder einer interessant flatternden Haarsträhne.

Meine Blitze laufen wann immer möglich unterhalb der 1/2 Leistung. Ausnahmen mache ich nur wenn mein komplettes Setup aus meinen Metz 45 CT 1 besteht, denn deren Kondensator ist groß genug um auch mal 3 Blitze auf 1/2lber Leistung schnell hintereinander abzufeuern, ohne dannach eine halbe Ewigkeit warten zu müssen.

Mit den richtigen Akkus könnt ihr übrigens die Ladezeiten eurer Blitzgeräte deutlich verkürzen. Bei mir kommen Ansmann mit 2800 mAh und die Sanyo eneloop mit 2000 mAh zum Einsatz. Letztere in erster Linie aufgrund ihrer geringen Selbstentladung, um mir das ewige laden der Akkus ein wenig zu ersparen.

Schlusswort

Abschliessend bleibt eigendlich kaum was zu sagen. Ich bin lediglich der Meinung, dass der Fotograf das Foto macht und nicht die Ausrüstung. Soll in diesem Fall heißen, dass jeder für sich selbst herausfinden muss  mit welcher Methode er am bessten fährt und natürlich wie er die (seiner Ansicht nach) schönsten Bilder zaubert.

Manche sind der Meinung, dass nur Portraits bei Offenblende schön sein, was manch anderem wiederum überhaupt nicht in die Tüte kommen würde. Die meisten Portraits fotografiere ich mit f2.8. Diese Einstellung wähle ich nicht weil ich keine kleinere Blende mehr zur Verfügung habe, sondern weil mir die Schärfentiefe und der Schärfenverlauf eines f2.8 bei 50mm an einer FourThirds Kamera einfach gut gefällt. Wenn ich ein Objektiv mit f1.4, richtig schönem Bokeh und toller abbildungs Qualität finden sollte – vorausgesetzt mir sagt eben genau dieser Effekt zu – dann würde ich es mir durchaus anschaffen wollen. Hierbei sind vorallem die Objektive aus Analog-Zeiten ans Herz zu legen.

Ich schiesse auch keine perfekten Bilder und lerne ständig dazu, dabei macht mir geade das dazu lernen am meisten Freude 😉

Solange du/ihr Spass an der Fotografie und im Umgang mit Menschen habt, dürftest du/ihr bei den Portraits gut aufgehoben sein.

Das schreiben andere Blogger zu dieser Blog-Parade:

DDpix-Blog :: Unser Rezept für bessere Fotos

blognotiz.de :: mein Fotorezept

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3 Responses

  1. Stefan Frank says:

    Hallo,
    mich würde mal brennend ein Blogeintrag zu deinen Metz 45 CT1 interessieren!
    Ich selber nutzte 2 mit 6V Bleiakkus und einer selbstgebastelten Leistungsregelung. Und das ich leider die Hochvoltigen habe noch einem “Safesync” und Cactus V2 triggern.

    Insbesondere würde ich mich für deine Erfahrungen in Verbindung mit deinen neuen Triggern interessieren!!

    Viele Grüße Stefan
    ;o)

    • Christopher says:

      Hallo Stefan,
      das ganze ist bereits in Arbeit.
      Vielleicht schaffe ich’s bereits dieses Wochenende den Artikel fertig zu stellen :)

      Der SafeSync passt übrigens perfekt in das Gehäuse der Yongnuo RF-602.

      Man liest sich,
      Christopher

  2. winnerger says:

    Hi zusammen!
    also mein Rezept für bessere Portraits…ist im Amateurbereich defintiv der Kabellose bzw. mit Kabel aber losgelöste einsatz von Aufsteckblitzen wie in dem Video hier: http://www.krolop-gerst.com/blog/video-tutorial/video-location-22-manlike/

    vorteil vom Kabel ist, dass man sich nicht zu viele gedanken um die richtige stärke des Blitzes machen kann…sondern per ettl automatik es etwas steuern kann…gibt übrigens auch mittlerweile ettl-fähige-funkempfänger..
    so dass man ganz einfach ein korrektes hauptlich und evtl noch effektlicht setzen kann…

    hoffe ich konnte etwas helfen!

    MFG Christian

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